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Jul 10

Drogentotengedenktag – 21. Juli

Die “Bürgerinitiative für die Sicherstellung der Versorgung von Drogenkranken für WHV und umzu” ruft zusammen mit der Aidshilfe zu einer Aktion auf der Rambla (vor dem Eingang Nordseepassage) auf. Beginn: 14.00Uhr

Am 21. Juli wird seit 1998 bundesweit der „Nationale Gedenktag für verstorbene Drogenabhängige“ begangen. Damals wurde an der „Gedenkstätte für verstorbene Drogenabhängige” in Gladbeck zum ersten Mal der vom „Landesverband der Eltern und Angehörigen für humane und akzeptierende Drogenarbeit NRW e.V.” ausgerufene Gedenktag abgehalten. Dieser Tag wurde initiiert von trauernden Eltern, deren Kinder an Rauschgiftkonsum gestorben sind, und Eltern, die um das Leben ihrer Kinder fürchten.

DrogengebraucherInnen sind durch gemeinsamen Spritzengebrauch und Beschaffungsprostitution eine der Hauptbetroffenengruppen von HIV/AIDS. Drogentote nimmt die Masse meist nur in Form von Statistiken wahr. Der einzelne Tote ist dabei lediglich eine Zahl, die die Statistik in die Höhe treibt. Das will der Drogentotengedenktag durchbrechen. Hier soll an die einzelnen Menschen erinnert werden, die an den Folgen ihres Drogenkonsums gestorben sind. Der 21. Juli soll jedoch nicht nur ein Tag des Gedenkens sein, sondern auch ein Tag der Aktionen und des Protestes.

Wir wollen an diesem 21.Juli den Drogentoten in Wilhelmshaven ein Gesicht geben und an sie erinnern.
Gleichzeitig stellen wir fest, dass das Problem der Versorgung mit Methadon in Wilhelmshaven noch immer nicht gelöst ist. Man kann davon ausgehen, dass es in unserer Stadt ca. 400 Menschen gibt, die Heroin nehmen oder genommen haben. Nur ein Bruchteil davon wird mit Methadon versorgt. Die Mehrzahl sucht händeringend einen Behandlungsplatz. Das scheitert in erster Linie daran, dass sich trotz Fortbildungsangeboten der Kassenärztlichen Vereinigung nicht genügend Mediziner finden, die sich an der Methadonsubstitution beteiligen.

Dabei ist Eile angesagt: Täglich kann es den nächsten Drogentoten in unserer Stadt geben.
Wir fordern, dass sich die Wilhelmshavener Ärzte und Krankenhäuser dieses Problems annehmen!

Wir wollen in einer Stadt leben, in der human mit den Schwächsten umgegangen wird und in der sie nicht ihrem Schicksal überlassen bleiben!


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