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Feb 10

Appell an Ärzte: Suchtkranke warten auf Hilfe

Quelle: Wilhelmshavener Zeitung vom 05.02.2010

WZ-STAMMTISCH Viele Patienten hoffen auf Ersatzmedikament Methadon

Ersatzmedikamente ermöglichen den Betroffenen ein Leben ohne Heroin. Die Zukunft der Versorgung in Wilhelmshaven ist immer noch ungewiss. Mehr substituierende Ärzte – weniger Vorschriften. So müsste das Rezept für eine bedarfsorientierte Versorgung von Heroinabhängigen mit dem Ersatzmedikament Methadon aussehen – Substitution ist der Fachbegriff.
Während eines WZ- Stammtisches am Mittwoch betonte Helmut Scherbeitz, Geschäftsführer der Kassenärztlichen Vereinigung Wilhelmshaven (KV), dass die Versorgung von der Beteiligung weiterer Mediziner abhänge. Er appellierte nochmals an die Ärzteschaft. Gleichzeitig will sich die KV um bessere Arbeitsbedingungen der substituierenden Ärzte bemühen. Versorgt werden müssten mindestens 200 Suchtkranke. Für Johann Janssen, Ratsherr der Linken und Mitglied der Bürgerinitiative für die Sicherstellung der Versorgung von Drogenkranken, ist es eine moralische Frage: “Es geht um Menschen, die ein Recht auf medizinische Versorgung haben.”

Die KV hatte alle Ärzte angeschrieben – bislang ohne Erfolg. In Frage kämen nicht nur Hausärzte, sondern auch Mediziner aus den Krankenhäusern sowie Ärzte im Ruhestand. Die Kosten für die Fortbildung – die nächste beginnt im Mai und dauert 50 Stunden – übernimmt die KV.

Die Stadt Wilhelmshaven will sich mit Amtsärzten an der Substitution beteiligen, betonte der 1. Stadtrat Jens Stoffers. Eine finanzielle Beteiligung an einer Substitutionspraxis schloss er aber aus. Ein weiteres Problem: In der Suchtmedizin gibt es strenge gesetzliche Bestimmungen, verbunden mit einem großen bürokratischen Aufwand für die Praxen.

Hier müsste der Gesetzgeber dringend nachbessern.


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